Ein Fall von Betrug?

Neuer Kunde oder Betrüger?

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Kürzlich wurde ich durch einen Kollegen auf einen interessanten Fall von Betrug aufmerksam gemacht.

Ein Handelsunternehmen im Bereich der Informationstechnologie/Elektronik bekam eine Anfrage von einem großen französischen Unternehmen. Diese Anfrage traf per E-Mail ein und wurde von dem zuständigen Verkaufsmitarbeiter bearbeitet. Das Auftragsvolumen war nicht unerheblich, denn es ging um rund 80.000 €.

Der Verkaufsmitarbeiter überprüfte die Website, die in der E-Mail angegeben war, und führte über die einschlägigen Dienstleister zudem einen Bonitätscheck für diese Firma aus.

.Das Ergebnis war eine herausragend gute Bonität des Unternehmens. Daraufhin wurde nach weiteren internen Prozessen der Auftrag ausgeführt und die Ware, wie besprochen, nach Großbritannien geliefert.

Die Ware kam dort auch zuverlässig an. Was nicht ankam, war die Bezahlung für die offene Rechnung. Nach diversen Mahnungen und unbeantworteten E-Mails an das französische Unternehmen begannen intensivere Nachforschungen seitens der Unternehmensleitung. Diese führten schließlich zu der Erkenntnis, dass man offensichtlich einem Betrüger aufgesessen war, der die bestehende Website des existenten Unternehmens perfekt kopiert hatte und auf seiner eigenen, sehr ähnlich klingenden Domain betrieb. (.com Domain)

Was folgte, war eine Anzeige bei der örtlichen Polizei. Schon nach wenigen Wochen kam der Einstellungsbescheid der Staatsanwaltschaft, da die Täter nicht ermittelt werden konnten.

Soweit der Sachverhalt.

Eine einfache Internetrecherche nach dem Firmennamen des Unternehmens hätte zu der Erkenntnis geführt, dass noch andere Domains für dieses Unternehmen existieren – unter anderem eine mit der für Frankreich üblichen Endung „.fr“. Unter dieser Domainendung lief auch die echte Website des Unternehmens, allerdings mit einem etwas anderen Domainnamen.

Eine Überprüfung der Registrierung der Website, welche in der E-Mail benannt wurde, hätte zu der Erkenntnis geführt, dass diese „Fake“-Website nicht auf die betreffende Firma registriert ist. Vielmehr handelt es sich um eine Privatperson mit einer Adresse in Großbritannien. Zudem wurde die Domain erst 8 Monate vor der Auftragsanfrage registriert.

Ein weiterer Check, der mit der Registrierung verbundenen E-Mail-Adresse, hätte ans Licht gebracht, dass es sich bei der Adresse um eine sogenannte Freemail handelt.

Auch die abweichende Lieferadresse in Großbritannien hätte mit einfachen Mitteln schnell überprüft werden können. Ohnehin kann dies immer als ein Alarmzeichen für mögliche betrügerische Anfragen gelten. Die Überprüfung der Lieferadresse hätte ergeben, dass die Lieferung in einen (nicht besonders vertrauenswürdigen) Stadtteil von London erfolgen sollte.

Am Ende bleibt ein Schaden von ca. 80.000 € für das Unternehmen und die Erkenntnis, dass die Erfolgsaussichten des jetzt erst eingeschalteten Ermittlers, bei einem derart professionell organisierten Betrug eher gering sind. Eine zum richtigen Zeitpunkt, nämlich bei Eingang der Bestellung, durchgeführte Überprüfung des neuen Kunden, durch einen erfahrenen Ermittler hätte sicherlich zu einer Vermeidung des Verlustes geführt.

Prävention von Betrugsfällen - Wie geht's beim nächsten Mal besser?

Die Überprüfung von neuen Kunden, aber auch von neuen Geschäftspartnern, muss ausgesprochen sorgfältig durchgeführt werden. Selektierte Fälle sollten durchaus von erfahrenen Ermittlern überprüft werden. Alternativ sind auch gezielte Trainings für den Vertrieb vorstellbar.

In dem vorliegenden Fall hätte sich die Investition mehrfach bezahlt gemacht.

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